Nachdem wir am Morgen vor drei Tagen in Mwanza gelandet sind, finde
ich heute zum ersten Mal Zeit die ersten Impressionen der vergangenen Tage
festzuhalten.
Während wir auf unserem ersten Transit- Flughafen in Istanbul noch aufgestylte
Duty Free Shops sowie diverse WLAN Hotspots vorfanden, lud am Flughafen in Nairobi
ein eher schlichterer Flughafen dazu ein sich die Nacht bis zum nächsten Morgen
um die Ohren zu hauen.
Nachdem ich höchstwahrscheinlich Schlafentzugsbedingt in den frühen Morgenstunden
in schier jeden Afrikaner mir bekannte Persönlichkeiten hinein interpretierte(unter ihnen
Samuel L. Jackson, Lil Wayne und Queen Latifa), teilten wir den Flughafen in prominenter
Hinsicht nur mit der Fußballnationalmannschaft von Uganda.
Während des anschließenden Proppellerfluges nach Mwanza, versuchte ich
mein Schlafpensum annähernd zu erreichen und verpasste dabei den Blick auf den Wolken
verhangenen Kili Mancharo. - Sad Story
Den ersten direkten Kontakt mit dem schwarzen Kontinent erlebte ich knapp 26 Stunden nach
meinem Aufbruch in München wie in einem Rausch,aus dem Geländewagen Mama Kilalas,
welche sich bereit erklärt hatte die drei Weißnasen vom Flughafen abzuholen.
Der Film, welcher sich mir hinter der Windschutzscheibe bot, glich im Groben und Ganzen
meinen Vorstellungen von Afrika und deckte sich mit landläufigen Erzählungen und Bericht
erstattungen aus Europa.
Staubige Straßen, abgemagerte Rinder und Ziegen am Straßenrand, der Geruch von verbranntem
Müll, Frauen die Kisten mit Bananen auf dem Kopf tragen,bunte Gewänder und Poliogelähmte
in Rollstühlen. - Ein immenser Input
Nachdem wir die "Straße" zu Mama Kilalas Anwesen hochfuhren,erkannte ich, das
in diesem Teil der Erde Geländewägen nicht als Prunkstück geschätzt, sondern
schlicht und ergreifend zweckmässig eingesetzt werden.
Nach einer Begrüßung der Anderen, die mitlerweile bereits über zwei Wochen vor Ort sind,
und einer kurzen Begehung des Anwesens (Bananenbäume, Mangobäume, Pool, mehrere Angestellte,
darunter Gärtner, ein Hausmädchen, Nachtwächter und Hunde) genehmigten wir uns eine kurze
Siesta um uns von den Strapazen des Fluges zu erholen.
Das Abendprogramm bestand aus dem Treffen anderer Freiwilligen, zu denen Constantin und Annika
in den vergangen Wochen bereits Kontakt aufgenommen hatten.
Der folgende Tag bestand aus dem Erkunden der näheren Umgebung, der Stadt,
einem Besuch auf dem Markt, sowie einem weiteren Treffen mit anderen Freiwilligen und
anschließendem Clubbesuch.
Die Quintessenz des ersten kompletten Tages lässt sich damit umreißen,dass "Weiße" hier eine
Art Attraktion sind, Konyagi Schnapps nach Edding 3000 schmeckt,afrikanische Männer gegenüber
weißen Frauen in Diskotheken sehr aufdringlich sein können und man mit Geld in Mwanza ALLES
kaufen kann.
Der erste Sonntag seit meiner Ankunft begann mit einem Besuch des lokalen, katholischen
Gottesdienstes, wobei die Predigt ein amerikanischer Priester hielt. Abgesehen von
den Gesangseinlagen, die hier irgentwie intensiver ausfallen glich er sehr der mir
bekannten deutschen Variante.
Den Rest des Tages verbrachten wir an einer Art Privatstrand mit angrenzendem
Lokal am Lake Victoria. - Paradiesisch
Bei dem obigen ersten Bericht handelt es sich lediglich um eine kurze Zusammenfassung
der bisherigen Erlebnisse. Details oder weitere Erfahrungen der letzten Tage
finden in folgenden Berichten Beachtung.
Die bisher gennanten Personen werden in einem kommenden Glossar genauer beschrieben.
Nice, sehr interessant...hab ich dir schonmal gesagt das ich dich verdammt beneide? Pass gut auf dich auf und trink nicht zu viel Edding 3000 :D ich verfolge deinen Blog weiter mit Interesse ;)
AntwortenLöschenLG
Peter Schneemann